online casino

Warning: session_start(): Cannot send session cookie - headers already sent by (output started at /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/index.php:1) in /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/libraries/joomla/session/session.php on line 423

Warning: session_start(): Cannot send session cache limiter - headers already sent (output started at /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/index.php:1) in /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/libraries/joomla/session/session.php on line 423

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/index.php:1) in /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/libraries/joomla/session/session.php on line 426

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/index.php:1) in /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/plugins/system/jfrouter.php on line 315

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/index.php:1) in /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/plugins/system/jfrouter.php on line 316

Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/index.php:1) in /home/nrgcmeu1/public_html/filmunio.eu/plugins/system/jfrouter.php on line 317
Bibliothèque Pascal (NDR.de)

Bibliothèque Pascal (NDR.de)

Print

von Katja Nicodemus

Auf der Berlinale war dieser Film einer der Publikumslieblinge und wurde von der Kritik gefeiert. Dabei geht es in "Bibliothèque Pascal" von dem Ungarn Szabolcs Hajdu um die ungewöhnliche Verbindung von Sozialdrama, Traumbildern und Gesellschaftssatire.

Was gibt es Schöneres, als im Kino von einem Film und der Welt, die er entfaltet, überrascht zu werden? Was gibt es Schöneres, als festzustellen, dass es noch Regisseure gibt, die Tausend Mal Erzähltes auf ganz eigene, ja verrückte Weise auf die Leinwand bringen? So wie der junge Ungar Szabolcs Hajdu.Aus dem Sozialdrama wird ein Abenteuerroman.

In seinem Film "Bibliothèque Pascal" erzählt er eine Geschichte traumwandlerisch entlang der überraschendsten Abzweigungen, merkwürdigsten Umwege und schärfsten Kurven. Die Handlung klingt zunächst nach einem Sozialdrama: Eine junge Ex-Prostituierte will das Sorgerecht für ihre kleine Tochter zurückbekommen. Also erzählt sie einem Mitarbeiter des Jugendamtes ihr Leben. Doch schon nach wenigen Minuten hebt der Film ab und wird zu einem Abenteuerroman, in dem Wirklichkeit, Illusion und Sehnsucht nicht mehr zu unterscheiden sind.

Eine Geschichte in Farbsatten, hochstilisierten Kinobildern Mona erzählt ihr Schicksal in farbsatten, hochstilisierten Kinobildern - als Western, als Melodram und mal in der Tonlage einer absurden Komödie. Von ihrem eigenen Vater wird Mona an eine Schlepperbande verkauft. Man schafft sie nach Liverpool, wo sie in die Hände eines Bodellbesitzers gerät, der außerdem Artist und Beatles-Fan ist.

Mona landet im verrücktesten aller Bordelle, der "Bibliothèque Pascal". Hier vergnügen sich Liverpools betuchte Herren nachts bei schwülen Parties, zwischen Sexdarbietungen - und Zirkusnummern.

Wirklichkeit, Illusion und Sehnsucht sind schwer zu unterscheiden

Hier sind die Räume nach literarischen Themen geordnet. Der eine Kunde will Sex mit George Bernhard Shaws Heiliger Johanna, der andere mit Vladimir Nabokovs "Lolita". Und der Dritte? Verausgabt sich im schwarzen Latex-Anzug zu den Zeilen von Shakespeares Desdemona aus "Othello".

Kann es ein Bordell wie die "Bibliothèque Pascal" wirklich geben? Oder begeben wir uns gemeinsam mit dem Film in die Fantasiewelt einer Prostituierten, die ihr trauriges Schicksal mit fantastischen Bildern und Erzählungen überhöht und verfremdet?Immer abstrakter wird der surreale Reigen, den Szabolcs Hajdu hier entfaltet. Seine literarische "Bibliothèque Pascal", soviel ist bald klar, ist weit mehr als ein Bordell in der allzu lebhaften Erinnerung einer Hure. Es ist auch ein Bild für eine Gesellschaft die ihre Kultur verramscht, ausstellt und eben prostituiert, Ausdruck der schrillen Verrohung, und womöglich auch eine durchgeknallte Satire der Eventgesellschaft. Doch so fantastisch Hajdus Film auch abheben mag, er ist getragen von einer seltsamen Spannung: zwischen seinem eigentlich ernsten Thema und seinen Bildern, die immer wieder frohgemut die Grenze zum Kitsch überschreiten. Etwa wenn Monas kleine Tochter, die in Rumänien zurück gelassen wurde, von ihrer Großtante als Kirmes-Attraktion ausgebeutet wird: Das schlafende Kind vermag seine Träume wie Kinobilder in seine Umgebung zu projizieren - unter anderem eine Blaskapelle, die den Radetzky-Marsch spielt.

Die Wirklichkeit verliert nicht von ihrem Schrecken

Durch die überzeichnete Darstellung verliert die Wirklichkeit nicht von ihrem Schrecken. In manchen Momenten von "Bibliothèque Pascal" scheint es, als schaue man dem Kino selbst beim Träumen zu. Als nehme sich die Filmkunst hier die Freiheit, eine trauriges Prostituierten-Schicksal mit den Mitteln des Jahrmarkts zu überwölben und zu überzeichnen. Die Wirklichkeit, die hinter all den schaubudenhaften Stilisierungen des Films hervorlugt, verliert trotzdem nichts von ihrem Schrecken.

http://www.ndr.de/kultur/kino_und_film/bibliothequepascal101.html